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CDU Flörsheim am Main | Fraktion und Partei
Flughafenausbau: CDU spricht von Wortbruch
Flörsheim. Mit scharfem Geschütz
schießen die Vordenker
der Flörsheimer CDU, Parteivorsitzender
Marcus Reif und Fraktionschef
Michael Kröhle, auf die
Landes-SPD und zielen dabei
gleichzeitig auf die örtliche SPD
und Bürgermeister Michael Antenbrink
(SPD).
Die Union-Chefs sprechen gar
von „erneutem Wortbruch“ und
„Irreführung“ mit Blick auf Jürgen
Walter, Landes-Vize der Genossen.
Der habe nämlich signalisiert,
dass im Falle einer Regierungsübernahme
der SPD in
Wiesbaden keine Korrekturen an
der vorhandenen Genehmigung
zum Flughafenausbau einschließlich
der festgelegten Nachtflüge
vorgenommen werden sollen.
„Wir sind schon sehr überrascht.
Im Wahlkampf wurde noch mit
dem Abschaffen der Nachtflüge
geworben“, so Kröhle und Reif in
einer gemeinsamen Erklärung, in
der sie außerdem eine öffentliche
Distanzierung der Flörsheimer
SPD und Antenbrinks von diesen
Verlautbarungen aus der Hessen-
SPD fordern.
„Ich muss mir von den Herren
Reif und Kröhle nicht sagen lassen,
was ich zu tun habe“, reagiert
Antenbrink auf Anfrage dieser
Zeitung zunächst etwas verärgert
auf den Vorstoß der CDU,
den er im Übrigen gar nicht
nachvollziehen kann. „Wir haben
in Flörsheim immer eine gemeinsame
Position vertreten“, hält Antenbrink
fest, unabhängig von
der Landes-SPD, von der man ohnehin
wenig Unterstützung erhalte,
von ganz wenigen Abgeordneten
abgesehen. „Wir gehen
unseren Weg konsequent weiter“,
bekräftigt der Rathauschef, der
Rechtsweg werde beschritten, die
Entscheidungen würden vor Gericht
fallen.
Kröhle und Reif wollten die
geschlossene Haltung der Flörsheimer
Parteien noch einmal
festgeklopft haben, doch rennen
die Christdemokraten mit diesem
Verlangen offensichtlich offene
Türen ein, die Solidarität
scheint ungebrochen, wie auch
die Schwierigkeiten der örtlichen
SPD und CDU mit ihren Landesparteien
in Sachen Flughafenausbau
andauern. „Die Landes-CDU
und Ministerpräsident Koch kennen
die ablehnende Haltung der
Flörsheimer Union genau. Wir
setzen uns permanent bei den
Verantwortlichen in Wiesbaden
für unser Ziel ein, die Nordwestbahn
zu verhindern“, versichern
Kröhle und Reif unisono, in deren
Augen der Ausbau nur noch
vor Gericht gekippt werden
kann. Auch hier marschieren in
Flörsheim Sozialdemokraten und
Christdemokraten also in einer
Richtung. „Wir vertrauen dabei
auf die Konsequenz der städtischen
Anwälte, die bereits in der
Vergangenheit gute Erfolge erzielt
haben“, erklären Reif und
Kröhle abschließend. Auch da
wird der Bürgermeister nicht widersprechen.
(hasch)
Quelle: Höchster Kreisblatt vom 12.06.2008.
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